Versicherungsmakler

Ratgeber

Was kostet ein Versicherungsmakler und wer bezahlt ihn?

Veröffentlicht am , zuletzt aktualisiert am

Eine eigene Rechnung schickt Ihnen ein Versicherungsmakler in der Regel nicht. Er bekommt eine Provision von der Versicherung, die in Ihrem Beitrag schon eingerechnet ist. Wie hoch sie ist, zeigt keine amtliche Statistik, Sie können aber Ihren Makler danach fragen. Ein Honorar zahlen Sie nur, wenn Sie es ausdrücklich vereinbaren.

Erlaubtes Geschenk je Vertrag und Jahr
15 Euro
Versicherungsaufsichtsgesetz, Paragraf 48b Absatz 2, Stand 20. September 2026
Höchste Provision bei Restschuldversicherungen
2,5 Prozent der Kreditsumme
Versicherungsaufsichtsgesetz, Paragraf 50a Absatz 1, Stand 20. September 2026
Versicherungsberater gegen Honorar in Deutschland
338
DIHK, Registrierungen im Versicherungsvermittlerregister zum 1. Juli 2026, Stand 1. Juli 2026
Grüner Ordner, Taschenrechner und ein kleiner Stapel Euromünzen auf einem hellen Holztisch
Die Provision des Maklers steckt meist schon im Beitrag, den Sie jeden Monat zahlen. Bild: KI generiert.

Was ein Versicherungsmakler Sie im Regelfall kostet

Ein Versicherungsmakler stellt Ihnen für die Vermittlung im Regelfall keine eigene Rechnung. Bezahlt wird er von der Versicherung, und zwar aus dem Beitrag, den Sie ohnehin zahlen. Diese Bezahlung heißt Provision, in Maklerverträgen oft auch Courtage. Sie ist schon in den Beitrag eingerechnet, bevor Sie das Angebot zu sehen bekommen.

Kostenlos ist die Beratung damit nicht, die Kosten sind nur unsichtbar. Die Provision ist ein Teil Ihres Beitrags, und mit ihr wird alles bezahlt, was ein Versicherungsmakler macht, vom Vergleich bis zur Betreuung Ihrer Verträge. Trotzdem steht der Makler auf Ihrer Seite. Der Bundesgerichtshof, das oberste deutsche Gericht für Zivilsachen, hat 2016 betont, dass der Makler der Vertraute seines Kunden bleibt, obwohl die Versicherung ihn bezahlt.

Die drei Wege, auf denen Versicherungsvermittler bezahlt werden, und was sie für Sie bedeuten.
Wer Sie berätWer ihn bezahltWie Sie das Geld aufbringenWas das für Sie bedeutet
VersicherungsmaklerDie VersicherungÜber die Provision in Ihrem BeitragKeine eigene Rechnung, er arbeitet in Ihrem Auftrag
VersicherungsvertreterDie Versicherung, für die er arbeitetÜber die Provision in Ihrem BeitragKeine eigene Rechnung, er arbeitet im Auftrag der Versicherung
VersicherungsberaterSie selbstÜber ein vereinbartes HonorarSichtbare Kosten, kein Geld von Versicherungen

Wie die Versicherung Ihren Makler bezahlt

Die Provision entsteht erst mit dem Vertrag, den der Makler für Sie abschließt. Das ist die Grundregel für jeden Makler: Bezahlt wird er für den Erfolg, nicht für seinen Aufwand. Kommt kein Vertrag zustande, bekommt er nichts. Seine Auslagen müssen Sie ihm nur ersetzen, wenn Sie das vorher vereinbart haben.

Daraus folgt ein Anreiz, den Sie kennen sollten. Ein Makler verdient nur, wenn Sie unterschreiben. Nehmen Sie sich deshalb Zeit und fragen Sie nach, warum er gerade diesen Vertrag empfiehlt.

Mit dem Abschluss endet die Arbeit des Maklers nicht. Der Bundesgerichtshof sieht im Maklervertrag eine dauerhafte Betreuung. Ihr Makler muss das versicherte Risiko im Blick behalten, Sie bei Änderungen ungefragt darauf hinweisen und eine Anpassung vorschlagen. Fragen Sie ruhig nach, was er im letzten Jahr für Ihre Verträge getan hat.

Wie hoch die Provision ausfällt, ist je nach Versicherung und Vertrag verschieden. Eine amtliche Statistik über die gezahlten Sätze gibt es nicht. Wer es genau wissen will, fragt seinen Makler vor der Unterschrift nach dem Betrag für den konkreten Vertrag.

Was Ihr Makler über seine Bezahlung sagen muss

Ihr Vermittler muss Ihnen schon beim ersten Kontakt von sich aus sagen, wie er bezahlt wird. Das steht in einem Blatt mit Pflichtangaben, der Erstinformation, die Sie meist vor dem eigentlichen Gespräch bekommen. Danach fragen müssen Sie nicht.

  • Er nennt die Art seiner Bezahlung, zum Beispiel Provision oder Honorar.
  • Er sagt, ob Sie ihn direkt bezahlen oder ob seine Provision in Ihrem Beitrag steckt.
  • Er gibt an, ob er zusätzlich andere Vorteile von Versicherungen bekommt und ob sich seine Bezahlung aus beidem zusammensetzt.
  • Er nennt seinen Status als Makler, Vertreter oder Berater und seine Registrierungsnummer im Vermittlerregister.
  • Er nennt die Schlichtungsstelle, an die Sie sich bei Streit wenden können.

Was die Erstinformation nicht nennt, ist der Betrag. Das Gesetz verlangt die Art der Bezahlung, nicht ihre Höhe. Nach der Summe dürfen Sie trotzdem fragen, und wie Ihr Gegenüber auf diese Frage reagiert, sagt viel über seine Offenheit.

  1. Lassen Sie sich die Erstinformation geben, bevor Sie über Tarife sprechen.
  2. Prüfen Sie die Registrierungsnummer auf vermittlerregister.info und sehen Sie nach, ob Ihr Gegenüber als Makler eingetragen ist.
  3. Fragen Sie vor der Unterschrift nach der Höhe der Provision für den konkreten Vertrag.
  4. Lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben, zum Beispiel per E-Mail.
  5. Fragen Sie bei Lebens- und Rentenversicherungen, ob es denselben Schutz auch ohne eingerechnete Provision gegen ein Honorar gibt.

Einen festen Provisionsdeckel gibt es nur bei Restschuldversicherungen

Einen allgemeinen Deckel für Provisionen gibt es in Deutschland nicht. Mit einem festen Höchstsatz begrenzt das Gesetz die Provision nur bei der Restschuldversicherung. Sie zahlt Ihren Kredit weiter ab, wenn Sie es selbst nicht mehr können. Die Provision für den Abschluss darf dort höchstens 2,5 Prozent der abgesicherten Kreditsumme betragen.

Bei Lebens- und Rentenversicherungen wirkt eine andere Regel. Kündigen Sie einen solchen Vertrag, zahlt die Versicherung einen Rückkaufswert aus. Er muss mindestens so hoch sein, als wären die Kosten für Abschluss und Vertrieb gleichmäßig auf die ersten fünf Vertragsjahre verteilt. Einen zusätzlichen Abzug für noch nicht bezahlte Abschlusskosten darf die Versicherung nicht vereinbaren.

Ein Deckel begrenzt, wie viel gezahlt werden darf. Die Pflichtangaben verraten Ihnen dagegen nur, dass gezahlt wird. Für die meisten Versicherungen gilt nur das Zweite. Wie viel Ihres Beitrags in den Vertrieb fließt, erfahren Sie deshalb von Ihrem Vermittler oder aus den Unterlagen zum Vertrag.

Darf der Makler Ihnen Provision zurückzahlen?

Nein, eine Auszahlung der Provision an Sie ist verboten. Das Gesetz untersagt Versicherungen und Vermittlern, ihren Kunden zusätzliche Vorteile zu geben oder zu versprechen. Eine Absprache, die dagegen verstößt, ist unwirksam.

Gemeint ist jeder Vorteil neben dem, was der Vertrag leistet. Dazu zählen ein Teil der Provision, Sachgeschenke, Dienstleistungen und Rabatte auf andere Waren. Erlaubt sind nur kleine Geschenke zum Abschluss bis 15 Euro je Vertrag und Kalenderjahr.

Eine wichtige Ausnahme gibt es. Der Vermittler darf einen Teil seiner Provision dauerhaft in Ihren Vertrag stecken, sodass die Leistung steigt oder der Beitrag sinkt. Der Vorteil muss also im Vertrag landen, nicht auf Ihrem Konto. Wer Ihnen Bargeld anbietet, verspricht etwas, das er rechtlich nicht halten kann.

Zahlen Sie Provision oder Honorar?

Zahlen Sie Ihrem Vermittler eine eigene, vereinbarte Vergütung?

Ja

Ist er als Versicherungsberater eingetragen?

Ja

Sie zahlen ein Honorar, und Geld von Versicherungen darf er nicht behalten. Steckt doch eine Provision im Tarif, muss er dafür sorgen, dass sie Ihnen gutgeschrieben wird.

Nein

Sie zahlen ein Honorar an einen Makler, meist für einen Tarif ohne eingerechnete Provision. Klären Sie schriftlich, ob zusätzlich eine Provision der Versicherung fließt.

Nein

Ist er laut Erstinformation als Versicherungsmakler eingetragen?

Ja

Sie zahlen die Provision über Ihren Beitrag. Der Makler arbeitet trotzdem in Ihrem Auftrag.

Nein

Sie zahlen die Provision eines Vertreters über Ihren Beitrag. Er arbeitet im Auftrag der Versicherung, die er vertritt.

Wann Sie ein Honorar statt einer Provision zahlen

Ein Honorar zahlen Sie, wenn Sie einen Versicherungsberater beauftragen. Er darf sich nur von seinem Auftraggeber bezahlen lassen und kein Geld von Versicherungen annehmen. Damit ist er die einzige Form von Versicherungsvermittler, deren Einkommen ganz von Ihnen kommt.

Diese Form ist selten. Zum 1. Juli 2026 standen 338 Versicherungsberater im Vermittlerregister, gegenüber 47.244 Versicherungsmaklern. Wer Beratung gegen Honorar sucht, muss deshalb gezielt suchen.

Vermittelt Ihnen ein Versicherungsberater einen Tarif, in dem doch eine Provision steckt, muss er die Versicherung darüber informieren. Sie schreibt Ihnen dann bis zu 80 Prozent dieser Provision auf einem Beitragskonto gut. Mit diesem Guthaben werden Ihre nächsten Beiträge bezahlt.

Auch manche Makler arbeiten gegen Honorar. Sie vermitteln dann Tarife, in deren Beitrag keine Provision eingerechnet ist, und stellen ihre Beratung gesondert in Rechnung. Ob sich das für Sie rechnet, hängt von der Laufzeit, der Höhe des Honorars und davon ab, ob Sie den Vertrag durchhalten.

Häufige Fragen

Kostet ein Versicherungsmakler extra Geld?

Ein Versicherungsmakler stellt Ihnen für die Vermittlung in der Regel keine eigene Rechnung. Seine Provision zahlt die Versicherung, und sie ist in Ihren Beitrag eingerechnet. Extra zahlen Sie nur, wenn Sie ein Honorar vereinbaren oder einen Versicherungsberater beauftragen.

Muss ich meinem Versicherungsmakler etwas zahlen, wenn kein Vertrag zustande kommt?

Nein, ohne Vertrag bekommt ein Versicherungsmakler in der Regel keine Provision. Bezahlt wird ein Makler für den Erfolg, nicht für seinen Aufwand. Auslagen müssen Sie ihm nur ersetzen, wenn Sie das vorher vereinbart haben.

Muss mir ein Versicherungsmakler die Höhe seiner Provision nennen?

Nein, von sich aus muss ein Versicherungsmakler nur sagen, wie er bezahlt wird, nicht wie viel. Er muss Ihnen also mitteilen, dass er eine Provision aus Ihrem Beitrag erhält. Nach dem Betrag dürfen Sie trotzdem fragen.

Darf mir ein Versicherungsmakler einen Teil seiner Provision auszahlen?

Nein, ein Versicherungsmakler darf Ihnen keinen Teil seiner Provision auszahlen. Erlaubt sind nur kleine Geschenke bis 15 Euro je Vertrag und Jahr. Der Makler darf den Vorteil aber dauerhaft in Ihren Vertrag stecken, sodass der Beitrag sinkt oder die Leistung steigt.

Gibt es einen gesetzlichen Höchstsatz für Versicherungsprovisionen?

Einen allgemeinen Höchstsatz für Versicherungsprovisionen gibt es nicht. Fest begrenzt ist nur die Provision für eine Restschuldversicherung, und zwar auf 2,5 Prozent der abgesicherten Kreditsumme. Bei Lebensversicherungen müssen die Abschlusskosten für den Rückkaufswert auf mindestens fünf Jahre verteilt werden.

Wie unterscheidet sich die Bezahlung von Versicherungsberater und Versicherungsmakler?

Ein Versicherungsberater lässt sich nur von Ihnen bezahlen und darf kein Geld von Versicherungen annehmen. Ein Versicherungsmakler arbeitet ebenfalls in Ihrem Auftrag, bekommt seine Provision aber von der Versicherung. Niemand darf beides zugleich sein.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Gewerbeordnung, Paragraf 34d: Versicherungsvermittler, Versicherungsberater, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  2. Versicherungsaufsichtsgesetz, Paragraf 48b: Sondervergütungs- und Provisionsabgabeverbot, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  3. Versicherungsaufsichtsgesetz, Paragraf 50a: Entgelt bei der Vermittlung von Restschuldversicherungen, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  4. Versicherungsvermittlungsverordnung, Paragraf 15: Information des Versicherungsnehmers, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  5. Versicherungsvertragsgesetz, Paragraf 169: Rückkaufswert, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  6. Versicherungsaufsichtsgesetz, Paragraf 48c: Auskehrung von Zuwendungen, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  7. Bürgerliches Gesetzbuch, Paragraf 652: Entstehung des Lohnanspruchs, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  8. BGH, Urteil vom 10. März 2016, I ZR 147/14: Pflichten des Versicherungsmaklers, Bundesgerichtshof,
  9. Registrierungen im Versicherungsvermittlerregister, Stand 1. Juli 2026, Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK),

Einsatz von Sprachmodellen

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Stand dieser Angaben: 3. Oktober 2026.